Das neue Jahr hat begonnen, doch der Winter hat sich bereits früh von seiner kalten Seite gezeigt. Schnee und Frost im Dezember erinnern daran, dass der Winter trotz Klimawandel weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Diese Kälte ist nicht nur normal, sondern sogar wertvoll – denn sie hat direkten Einfluss auf eine erfolgreiche Gartensaison im Frühjahr und Sommer.
Mit dem Jahreswechsel beginnt auch die beste Zeit, um die neue Gewächshaussaison gezielt zu planen. Wer jetzt vorbereitet ist, startet im Frühjahr deutlich entspannter und erfolgreicher.
In diesem Artikel zeigen wir, wie wir in die neue Saison starten, welche Erfahrungen wir aus dem letzten Jahr mitnehmen und warum Planung, Hygiene und Klima im Gewächshaus entscheidend sind.
Ein arbeitsreicher Herbst als Basis für den Frühling
Bereits im Herbst 2023 haben wir in unseren Gewächshäusern verschiedene Blumenzwiebeln gepflanzt – darunter Tulpen, Narzissen sowie kleinere Zwiebeln wie Krokusse, Scilla und Sternhyazinthen. Diese frühe Pflanzung war bewusst geplant.
Unsere Averto Orangerie möchten wir besonders im Frühling intensiv nutzen. Dank der geschützten Umgebung ist es im Gewächshaus bereits ab März tagsüber angenehm warm, sodass die ersten Blumen früh blühen können.
Die Blumenzwiebeln wurden sowohl in Beete als auch in Pflanzgefäße und Töpfe gesetzt. Sobald die Frühjahrsblüte endet, entfernen wir die Pflanzen und schaffen Platz für das Sommergemüse – ein effizienter Wechsel, der den Raum optimal nutzt.
Extreme Wetterbedingungen im Jahr 2023
Das Jahr 2023 war klimatisch außergewöhnlich. Ein extrem trockener Frühling und der bislang heißeste Sommer mit zahlreichen Temperaturrekorden in Europa stellten Gärtner vor große Herausforderungen.
Diese Wetterextreme wirken sich auch direkt auf das Mikroklima im Gewächshaus und auf den Schädlingsdruck aus.
Schädlinge – eine wachsende Herausforderung
So viele Blattläuse wie im vergangenen Jahr haben wir bisher noch nie erlebt. Der milde, trockene Frühling bot ideale Bedingungen für ihre Vermehrung. Erst das vermehrte Auftreten von Marienkäfern – den natürlichen Feinden der Blattläuse – brachte im Laufe des Sommers Erleichterung.
Der Schaden zu Beginn der Saison war jedoch erheblich, da viele Pflanzen stark befallen oder sogar zerstört wurden.
Wir gehen davon aus, dass einige Schädlinge im Gewächshaus überwintert haben. Deshalb planen wir für das Frühjahr eine gründliche Reinigung sowie den gezielten Einsatz von Nützlingen, um von Anfang an ein natürliches Gleichgewicht im Gewächshaus zu schaffen.
Der Kälteeinbruch als natürlicher Helfer
Die starken Fröste zum Jahresende mit zweistelligen Minusgraden könnten dabei geholfen haben, den Schädlingsdruck zu reduzieren. Harte Winter wirken wie eine natürliche Reinigung und sind ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Pflanzen und Boden.
Warum Klimakontrolle im Gewächshaus entscheidend ist
Ein kontrolliertes Klima ist unverzichtbar. Überhitzung, schlechte Belüftung oder zu hohe Luftfeuchtigkeit schaden nicht nur den Pflanzen, sondern machen auch das Arbeiten im Gewächshaus unangenehm.
Eine durchdachte Kombination aus Belüftung, Beschattung und – bei Bedarf – Heizung sorgt dafür, dass Pflanzen und Menschen sich gleichermaßen wohlfühlen.
Blumen im Gewächshaus – mehr als nur Dekoration
Blühpflanzen im Gewächshaus sind nicht nur schön anzusehen. Ihr Duft zieht bestäubende Insekten an, die wiederum Gemüse- und Obstpflanzen bestäuben. Das fördert gesunde Pflanzen und kann den Ertrag deutlich steigern.